...Stadt der Städte, wunderbare Schöne Marokkos. Wie sehr
hatte ich mich auf den Besuch dieser Stadt gefreut, waren doch die Erzählungen
jener, die schon hier gewesen waren, so faszinierend, dass ich mir gerne ein
eigenes Bild machen wollte.
Nun also fuhren wir ein in diese Traumstadt, der Marokko
seinen Namen verdankt.
Die Hitze schlug uns bereits in den Vorstädten entgegen,
Eselskarren und Transporter mit Vieh und allerlei Obst auch hier, wie überall
im Land. Das wilde Treiben verstärkte sich, je näher wir dem Zentrum kamen. Die
Esel wurden weniger, die Touristen-Pferdekutschen nahmen dafür zu. Wir fuhren
erneut einen Boulevard Mohammed V hinunter und fanden nach kurzer Suche den
Parkplatz, der als Stellplatz für die Nacht optimal an der Moschee lag. Diese
wiederum war nur wenige Schritte vom Hauptplatz Jemaa el Fnaa entfernt und
somit perfekt zu erreichen. Ebenso die daran anschließenden Souks mit ihren
wunderbaren Ständen, Waren, Farben und Gerüchen, dem Stimmgewirr all jener, die
hier hausen, arbeiten und sie besuchen.
Kaum angekommen auf dem Stellplatz, wurde uns bewusst, dass
es vielleicht kein Spaß werden würde, bei 38 Grad mit drei kleinen Kindern den
Stadtkern zu erkunden. Aber auf Abkühlung zu warten machte wenig Sinn, da die
Wettervorhersage für die kommenden Tage nicht minder warme Temperaturen meldete
und wir auch nicht hinter den Mauern der Moschee auf „bessere Tage“ wartend einfach im heißen Womo herum sitzen
wollten.
Also warteten wir ein wenig ab, machten uns dann fertig (was
bedeutete, dass wir so wenig wie nur irgend möglich anzogen und ich schließlich
im trägerlosen Kleid mit nacktem Baby im Tuch vor dem Bauch losziehen sollte.)
Kaum hatten wir die Straße auf den großen Platz überquert
kamen uns auch schon die ersten Feilscher und Händler entgegen und mit den
ersten Pferdekutschern handelte ich spaßeshalber Preise aus, vereinbarte,
später wieder zu kommen, um dann unbehelligt weiter ziehen zu können.
Anders auf dem Jemaa el Fnaa. SO schnell hatte ich gar nicht
NEIN sagen können wie die Henna-Frau der Kleinen und mir ein Tattoo auf den
Unterarm gezaubert hatte. Dass das Ganze dann unverhältnismäßig viel Geld
kosten sollte war klar. Nach einigem Handeln und vermutlich auch arabischen
Flüchen nahmen die Frauen dann das angebotene Geld für ihre Leistung und wir
konnten weiter ziehen. Beim Schlangenbeschwörer ließen wir dann für das
gestattete Foto mit Mann und Sohn erneut 30 Euro (argh) aber das gehört wohl
einfach dazu wenn man als Tourist in die Stadt kommt und die ersten Erfahrungen
mit den Methoden hier macht. Wir haben dazu gelernt und noch einmal ist uns
dergleichen nicht passiert. (Irgendwie gehört es auch einfach heirher...)
Langsam begann der Platz sich zu füllen, als wir noch rasch
eine Flasche Wasser in einem der anliegenden Cafés bestellten, ehe uns die
Souks verschluckten. Einer der rasch rasenden Fahrradfahrer fuhr prompt die
Kleine über den Haufen und gleich bildete sich ein Menschenpulk um uns herum.
Ein Stimmengewirr aus arabischen, französischen und versucht englischen
Aussagen über die Situation endeten darin, dass wir feststellten, dass außer
ein paar Schrammen nichts passiert sei und beschlossen weiter zu gehen.
Immer weiter wurden wir also getrieben von den Menschen, den
Bildern, Gerüchen und Waren, die man hier entdecken und genießen kann, wussten
bald nicht mehr woher wir gekommen waren (und das, wo meine Orientierung
eigentlich 1A ist) und wohin die Pfade noch führen sollten. Genau das ist es
jedoch, was es so herrlich authentisch, so geheimnisvoll und abenteuerlich
macht: man verliert sich.
Zwar führt jede Straße – und sei sie noch so klein in diesem
Labyrinth - irgendwann wieder hinaus in die Mauern der Medina, aber der Weg
hindurch gibt einem stets das Gefühl, verloren zu sein. Wunderbar war das blinde
Herumwandern und –schauen, einfach nur schön das Hineinblicken in Hausnischen,
Eingänge und Hinterhöfe und es bedurfte keiner Karte. Allerdings wurden die
Temperaturen immer heißer, die Kinder müder und langsam aber sicher mussten wir
dann doch den Rückweg antreten.
Beladen mit vielen Bildern und einigen Fotos (denn
fotografiert werden sie alle nicht gerne hier...) liefen wir den Weg irgendwie zurück
zum Jemaa el Fnaa, um dann den Stellplatz anzupeilen. Sogleich war beschlossen:
das war nicht das letzte Mal.
Für den ersten Eindruck gesättigt, für ein weiteres Mal
angefixt würden wir es aufgrund der Temperaturen und der drei Kids für dieses
Mal belassen (müssen). Kaum hatten wir die Mauern des Platzes erreicht, auf dem
unser Womo in der prallen Sonne parkte, setzten dicke Tropfen ein und alles,
dass wir nicht im Regen tanzten, schlenderten wir gemütlich zurück, dankbar für
das Nass von oben.
Allerdings blieb die ersehnte Abkühlung aus und lediglich
der Asphalt begann etwas zu dampfen. Schon bald setzten die Gesänge und Musik
auf dem Jemaa el Fnaa ein, die die ganze Nacht hindurch bis zu uns hinüber
schallen sollten und reges Treiben vermuten ließen. Die 30 Grad in der Nacht
machten das Schlafen fast unmöglich aber irgendwann, als der Muezzin das letzte
Gebet gesungen hatte, fielen doch allen die Augen zu.
Tiere werden hier so transportiert... ich frage mich, wie man die armen Kühe auf das Dach bekommen hat?!
Schlangenbeschwörer auf dem Jemaa el Fnaa
Allerlei Gewürze an den Ständen vor den Souks...
... und in den Souks.
Impressionen aus den Straßen Marrakeschs
Gefangen in den Labyrinthen der Souks in Marrakesch
Der Stellplatz hinter der Moschee.
A bientôt Du wunderbare Stadt.

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