Mittwoch, 10. Juni 2015

Marrakesch...

...Stadt der Städte, wunderbare Schöne Marokkos. Wie sehr hatte ich mich auf den Besuch dieser Stadt gefreut, waren doch die Erzählungen jener, die schon hier gewesen waren, so faszinierend, dass ich mir gerne ein eigenes Bild machen wollte.

Nun also fuhren wir ein in diese Traumstadt, der Marokko seinen Namen verdankt.
Die Hitze schlug uns bereits in den Vorstädten entgegen, Eselskarren und Transporter mit Vieh und allerlei Obst auch hier, wie überall im Land. Das wilde Treiben verstärkte sich, je näher wir dem Zentrum kamen. Die Esel wurden weniger, die Touristen-Pferdekutschen nahmen dafür zu. Wir fuhren erneut einen Boulevard Mohammed V hinunter und fanden nach kurzer Suche den Parkplatz, der als Stellplatz für die Nacht optimal an der Moschee lag. Diese wiederum war nur wenige Schritte vom Hauptplatz Jemaa el Fnaa entfernt und somit perfekt zu erreichen. Ebenso die daran anschließenden Souks mit ihren wunderbaren Ständen, Waren, Farben und Gerüchen, dem Stimmgewirr all jener, die hier hausen, arbeiten und sie besuchen.

Kaum angekommen auf dem Stellplatz, wurde uns bewusst, dass es vielleicht kein Spaß werden würde, bei 38 Grad mit drei kleinen Kindern den Stadtkern zu erkunden. Aber auf Abkühlung zu warten machte wenig Sinn, da die Wettervorhersage für die kommenden Tage nicht minder warme Temperaturen meldete und wir auch nicht hinter den Mauern der Moschee auf  „bessere Tage“ wartend einfach im heißen Womo herum sitzen wollten.
Also warteten wir ein wenig ab, machten uns dann fertig (was bedeutete, dass wir so wenig wie nur irgend möglich anzogen und ich schließlich im trägerlosen Kleid mit nacktem Baby im Tuch vor dem Bauch losziehen sollte.)
Kaum hatten wir die Straße auf den großen Platz überquert kamen uns auch schon die ersten Feilscher und Händler entgegen und mit den ersten Pferdekutschern handelte ich spaßeshalber Preise aus, vereinbarte, später wieder zu kommen, um dann unbehelligt weiter ziehen zu können.
Anders auf dem Jemaa el Fnaa. SO schnell hatte ich gar nicht NEIN sagen können wie die Henna-Frau der Kleinen und mir ein Tattoo auf den Unterarm gezaubert hatte. Dass das Ganze dann unverhältnismäßig viel Geld kosten sollte war klar. Nach einigem Handeln und vermutlich auch arabischen Flüchen nahmen die Frauen dann das angebotene Geld für ihre Leistung und wir konnten weiter ziehen. Beim Schlangenbeschwörer ließen wir dann für das gestattete Foto mit Mann und Sohn erneut 30 Euro (argh) aber das gehört wohl einfach dazu wenn man als Tourist in die Stadt kommt und die ersten Erfahrungen mit den Methoden hier macht. Wir haben dazu gelernt und noch einmal ist uns dergleichen nicht passiert. (Irgendwie gehört es auch einfach heirher...)

Langsam begann der Platz sich zu füllen, als wir noch rasch eine Flasche Wasser in einem der anliegenden Cafés bestellten, ehe uns die Souks verschluckten. Einer der rasch rasenden Fahrradfahrer fuhr prompt die Kleine über den Haufen und gleich bildete sich ein Menschenpulk um uns herum. Ein Stimmengewirr aus arabischen, französischen und versucht englischen Aussagen über die Situation endeten darin, dass wir feststellten, dass außer ein paar Schrammen nichts passiert sei und beschlossen weiter zu gehen.
Immer weiter wurden wir also getrieben von den Menschen, den Bildern, Gerüchen und Waren, die man hier entdecken und genießen kann, wussten bald nicht mehr woher wir gekommen waren (und das, wo meine Orientierung eigentlich 1A ist) und wohin die Pfade noch führen sollten. Genau das ist es jedoch, was es so herrlich authentisch, so geheimnisvoll und abenteuerlich macht: man verliert sich.
Zwar führt jede Straße – und sei sie noch so klein in diesem Labyrinth - irgendwann wieder hinaus in die Mauern der Medina, aber der Weg hindurch gibt einem stets das Gefühl, verloren zu sein. Wunderbar war das blinde Herumwandern und –schauen, einfach nur schön das Hineinblicken in Hausnischen, Eingänge und Hinterhöfe und es bedurfte keiner Karte. Allerdings wurden die Temperaturen immer heißer, die Kinder müder und langsam aber sicher mussten wir dann doch den  Rückweg antreten.
Beladen mit vielen Bildern und einigen Fotos (denn fotografiert werden sie alle nicht gerne hier...) liefen wir den Weg irgendwie zurück zum Jemaa el Fnaa, um dann den Stellplatz anzupeilen. Sogleich war beschlossen: das war nicht das letzte Mal.
Für den ersten Eindruck gesättigt, für ein weiteres Mal angefixt würden wir es aufgrund der Temperaturen und der drei Kids für dieses Mal belassen (müssen). Kaum hatten wir die Mauern des Platzes erreicht, auf dem unser Womo in der prallen Sonne parkte, setzten dicke Tropfen ein und alles, dass wir nicht im Regen tanzten, schlenderten wir gemütlich zurück, dankbar für das Nass von oben.
Allerdings blieb die ersehnte Abkühlung aus und lediglich der Asphalt begann etwas zu dampfen. Schon bald setzten die Gesänge und Musik auf dem Jemaa el Fnaa ein, die die ganze Nacht hindurch bis zu uns hinüber schallen sollten und reges Treiben vermuten ließen. Die 30 Grad in der Nacht machten das Schlafen fast unmöglich aber irgendwann, als der Muezzin das letzte Gebet gesungen hatte, fielen doch allen die Augen zu.


Tiere werden hier so transportiert... ich frage mich, wie man die armen Kühe auf das Dach bekommen hat?!

Schlangenbeschwörer auf dem Jemaa el Fnaa

Allerlei Gewürze an den Ständen vor den Souks...

... und in den Souks.

Impressionen aus den Straßen Marrakeschs

Gefangen in den Labyrinthen der Souks in Marrakesch

Der Stellplatz hinter der Moschee.
A bientôt Du wunderbare Stadt.

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