Nun sind wir schon eine Woche aus Marokko zurück in Europa
und langsam fühlt es sich danach an, als müsste ich auch über den Süden
Spaniens und die ersten Eindrücke Portugals etwas schreiben.
Wie bereits auf der Hinfahrt, setzten wir abends in Tanger
über und landeten weit nach zehn Uhr auf unserem Campingplatz in Tarifa, wo
mittlerweile kein Einlass mehr war. Also stellten wir uns spontan vor den
Platz, um wenig später dem Platzwächter die Türe öffnen zu müssen und ihm
unsere Personalien zu übergeben. Denn auch das Übernachten VOR dem Platz kostet
natürlich etwas und wie wir am Folgetag erfuhren: den vollen Preis! Uns sollte
es aber gleich sein denn wir waren hundemüde und wollten einfach nur in Ruhe
irgendwo stehen.
Den Folgetag verbrachten wir dann chillig auf dem Platz mit
Meer, Pool und Essengehen im kleinen (aber feinen) Campingrestaurant. Ich
buchte noch rasch das Whalewatching für den folgenden Morgen und am Montag dann
starteten wir von Tarifa aus in die Straße von Gibraltar mit jenem Bootchen „Jacqueline“,
das uns bereits vor zwei Wochen hinaus geschunkelt hatte. Und auch diesmal
sollte eine pubertierende Schulklasse an Bord gehen und wir dachten bereits:
„Oh nein! Das war es mit den Walen und Delfinen!“ Aber nach etwa einer halben
Stunde kamen sie dann: hunderte von Delfinen mit ihren Jungen schwammen
unentwegt neben, vor oder hinter unserem Boot umher, sprangen fröhlich durch
die Wellen und warfen sich platschend auf ihre wunderbaren Körper. Die Kinder
waren hellauf begeistert und ich dachte nur: „Wer braucht schon Aquarien“...
diese eingesperrten, traurigen und dressierten Delfine würde ich mir ohnehin
nicht ansehen, aber um den Kindern einen Eindruck der Welt unter Wasser zu
vermitteln ist ein Besuch im Aquarium schon immer mal drin gewesen. Umso froher
war ich, dass sie hier das Leben der Tiere einfach mal hautnah und so fröhlich
erleben durften.
Und wäre da nicht Portugal auf unserer Reiseplanliste
gewesen hätten wir es sicher noch weitere Tage und Wochen hier ausgehalten.
Aber: wir kommen wieder, keine Frage.
So sattelten wir nach zwei Tagen und mit frisch gewaschener
Wäsche unseren Dicken und zogen weiter gen Westen. Nahe der portugiesischen
Grenzen übernachteten wir an einem einsamen Sandstrand auf einem abgelegnen
Parkplatz, den wir nachts komplett für uns alleine hatten. Wir sahen die
letzten Kitesurfer gehen und bestaunten den Sonnenuntergang über dem Atlantik.
Traumhaft...
Nach einem heftigen Sturm in der Nacht strahlte am nächsten
Morgen erneut die Sonne vom hellblauen Himmel und wir machten uns bei 26 Grad
auf den Weg über die Grenze. Portugal empfing uns ebenfalls mit Sonnenschein
und guter Laune, netten Dörfchen und Strandabschnitten und einem gepflegten
Mittagessen im portugiesischen Stil mit umhertollenden Katzen und phänomenalen
Preisen.
Am ersten Strand, den wir erobern wollten, machte sich nach
einer Stunde bereits das vom Landesinneren her angekündigte Wolkenband breit
und so machten wir uns nach einiger „Spielzeit“ wieder auf den Weg. Hier
standen ohnehin zu viele weiße „Schrankwände“ auf einem Fleck herum und die
eingeteilten Strandabschnitte samt mietbarer Sonnenschirme waren nicht so
unseres....
Wir beschlossen, die Algarve für diese Nacht Algarve sein zu
lassen und schlugen den Weg nach
Norden ins Gebirge ein. Hier erwartete uns ein nettes kleines Dörfchen,
an dessen Friedhof wir parkten und wo wir einen schmalen, super steilen Weg
hinab wanderten, an dessen Ende uns ein Wasserfall entgegen plätscherte. Leider
war das Bachbett ausgetrocknet und das Becken, in dem man sicher ansonsten gut
hätte baden können, war zu knapp gefüllt. So begnügten wir uns mit ein wenig
Plantschen und Herumtollen, ehe wir die Ruhe genossen und den Tag ausklingen
ließen...
Und nun sind wir an einem einsamen Strand, stehen mit
einigen weitern – eher alternativen Wohnmobilisten in kreativen Mobilen –
oberhalb der Klippen des Atlantik und genießen den wunderschönen
Sonnenuntergang. Die Kinder toben draußen mit den Kindern der anderen
Niederländer und Deutschen herum, der Grill brutzelt Kartoffeln und Gemüse vor
sich hin und es könnte kaum einen schöneren Ausblick geben während ich diese
Zeilen schreibe. Euch allen einen guten Start in die Woche und à bientôt.
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| Wunderschönes Lagos |
| Sagres - der südwestlichste Punkt Europas |
| Der Strand unterhalb der Klippen von Sagres |


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