Samstag, 13. Juni 2015

Das Südlichste...

Nun sind wir schon eine Woche aus Marokko zurück in Europa und langsam fühlt es sich danach an, als müsste ich auch über den Süden Spaniens und die ersten Eindrücke Portugals etwas schreiben.

Wie bereits auf der Hinfahrt, setzten wir abends in Tanger über und landeten weit nach zehn Uhr auf unserem Campingplatz in Tarifa, wo mittlerweile kein Einlass mehr war. Also stellten wir uns spontan vor den Platz, um wenig später dem Platzwächter die Türe öffnen zu müssen und ihm unsere Personalien zu übergeben. Denn auch das Übernachten VOR dem Platz kostet natürlich etwas und wie wir am Folgetag erfuhren: den vollen Preis! Uns sollte es aber gleich sein denn wir waren hundemüde und wollten einfach nur in Ruhe irgendwo stehen.

Den Folgetag verbrachten wir dann chillig auf dem Platz mit Meer, Pool und Essengehen im kleinen (aber feinen) Campingrestaurant. Ich buchte noch rasch das Whalewatching für den folgenden Morgen und am Montag dann starteten wir von Tarifa aus in die Straße von Gibraltar mit jenem Bootchen „Jacqueline“, das uns bereits vor zwei Wochen hinaus geschunkelt hatte. Und auch diesmal sollte eine pubertierende Schulklasse an Bord gehen und wir dachten bereits: „Oh nein! Das war es mit den Walen und Delfinen!“ Aber nach etwa einer halben Stunde kamen sie dann: hunderte von Delfinen mit ihren Jungen schwammen unentwegt neben, vor oder hinter unserem Boot umher, sprangen fröhlich durch die Wellen und warfen sich platschend auf ihre wunderbaren Körper. Die Kinder waren hellauf begeistert und ich dachte nur: „Wer braucht schon Aquarien“... diese eingesperrten, traurigen und dressierten Delfine würde ich mir ohnehin nicht ansehen, aber um den Kindern einen Eindruck der Welt unter Wasser zu vermitteln ist ein Besuch im Aquarium schon immer mal drin gewesen. Umso froher war ich, dass sie hier das Leben der Tiere einfach mal hautnah und so fröhlich erleben durften.

 Kaum zurück im Hafen machten wir uns auf den Weg gen Chiclana, wo wir Freunde besuchen wollten. Eigentlich war ein Kurzstopp geplant, denn Spanien war ja nicht unser „Ziel“... Da spontan aber meist am besten ist und es einfach so wunderbar war wurden daraus zwei Tage mit vielen tollen Gesprächen, wunderbarem Essen (ich liebe Indisch), ausgedehntem Shopping (der Gastgeber und seine Freundin unterhalten ein eigenes Label mit Shop in Chiclana – chillig lässige Strand- und Freizeitmode aus Leinen und Baumwolle, genau meins: „Cotton and Beach“, für alle die mal schauen möchten), „Pooling“ vom Feinsten und wenig Schlaf.

 

Und wäre da nicht Portugal auf unserer Reiseplanliste gewesen hätten wir es sicher noch weitere Tage und Wochen hier ausgehalten. Aber: wir kommen wieder, keine Frage.

So sattelten wir nach zwei Tagen und mit frisch gewaschener Wäsche unseren Dicken und zogen weiter gen Westen. Nahe der portugiesischen Grenzen übernachteten wir an einem einsamen Sandstrand auf einem abgelegnen Parkplatz, den wir nachts komplett für uns alleine hatten. Wir sahen die letzten Kitesurfer gehen und bestaunten den Sonnenuntergang über dem Atlantik. Traumhaft...

Nach einem heftigen Sturm in der Nacht strahlte am nächsten Morgen erneut die Sonne vom hellblauen Himmel und wir machten uns bei 26 Grad auf den Weg über die Grenze. Portugal empfing uns ebenfalls mit Sonnenschein und guter Laune, netten Dörfchen und Strandabschnitten und einem gepflegten Mittagessen im portugiesischen Stil mit umhertollenden Katzen und phänomenalen Preisen.
Am ersten Strand, den wir erobern wollten, machte sich nach einer Stunde bereits das vom Landesinneren her angekündigte Wolkenband breit und so machten wir uns nach einiger „Spielzeit“ wieder auf den Weg. Hier standen ohnehin zu viele weiße „Schrankwände“ auf einem Fleck herum und die eingeteilten Strandabschnitte samt mietbarer Sonnenschirme waren nicht so unseres....

Wir beschlossen, die Algarve für diese Nacht Algarve sein zu lassen und schlugen den Weg nach  Norden ins Gebirge ein. Hier erwartete uns ein nettes kleines Dörfchen, an dessen Friedhof wir parkten und wo wir einen schmalen, super steilen Weg hinab wanderten, an dessen Ende uns ein Wasserfall entgegen plätscherte. Leider war das Bachbett ausgetrocknet und das Becken, in dem man sicher ansonsten gut hätte baden können, war zu knapp gefüllt. So begnügten wir uns mit ein wenig Plantschen und Herumtollen, ehe wir die Ruhe genossen und den Tag ausklingen ließen...

Und nun sind wir an einem einsamen Strand, stehen mit einigen weitern – eher alternativen Wohnmobilisten in kreativen Mobilen – oberhalb der Klippen des Atlantik und genießen den wunderschönen Sonnenuntergang. Die Kinder toben draußen mit den Kindern der anderen Niederländer und Deutschen herum, der Grill brutzelt Kartoffeln und Gemüse vor sich hin und es könnte kaum einen schöneren Ausblick geben während ich diese Zeilen schreibe. Euch allen einen guten Start in die Woche und à bientôt.

Wunderschönes Lagos
Sagres - der südwestlichste Punkt Europas

Der Strand unterhalb der Klippen von Sagres

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